Richtig belichten mit dem Histogramm

Mit dieser Anleitung möchte ich den Umgang mit dem Kamerahistogramm aufzeigen und welche Vorteile das korrekte Belichten nach Histogramm vor allen Dingen mit höheren ISO-Einstellungen hat.

 Histgramm

Wie kann ich mir das Histogramm anzeigen lassen?

Die meisten Kameras zeigen das Histogramm durch mehrfaches Drücken der Infotaste während der Bildwiedergabe.

Tipp: Einfach mal in das Handbuch schauen.

Was ist das Histogramm?

Ein Histogramm zeigt die Verteilung der Helligkeitswerte eines Bildes. Über einer Achse, welche die Helligkeitswerte (0-255) darstellt, sind die einzelnen Häufigkeiten des Vorkommens der Werte als Balken dargestellt. Je höher der Balken über einem Wert ist, desto häufiger kommt dieser Grauwert im Bild vor. Links im Histogramm sind also die dunkelsten Bildpartien und rechts die hellsten Bildpartien angezeigt. Der Sensor einer durchschnittlichen DSLR ist in der Lage ca. 6 Blendenstufen im jpg-Format aufzuzeichnen. Das Histogramm ist in 5 Teilbereiche eingeteilt (Canon Kamerahistogramme zeigen diese Teilbereiche mittels Balken an). Dazu später mehr. Alle Werte, die sich also links oder rechts des Histogramms befinden, werden also nicht aufgezeichnet. Man spricht fotografisch dann von einer Unterbelichtung (linke Seite unterschritten) bzw. Überbelichtung(rechte Seite überschritten).

Merke! Ein überbelichtetes Foto in jpg kann nicht mehr korrigiert werden, da die Bildinformation ja nicht mehr vorhanden ist.
Ausnahme RAW: Durch Fotografieren im RAW-Format lässt sich der Dynamikumfang (vor allen Dingen bei Überbelichtungen) erheblich erweitern. 1-2 Blenden Überbelichtung werden je nach Kamerahersteller im RAW mit aufgezeichnet.

Beispiel: Beispielbild mit Histogramm einer Canon EOS 50D im automatischen Belichtungsmodus Mehrfeldmessung

Das Ausgangsbild Histogramm 1
Ausgangsbild Histgramm

Was fällt an der Aufnahme auf? Zunächst eigentlich eine ganz normale Fotografie. Das Histogramm läuft weder links noch rechts aus dem Ruder.

Aber schauen wir uns das ganze mal etwas genauer an. Dazu habe ich eine 2. Aufnahme gemacht und dabei die Belichtung um 2 Stufen erhöht:

 Histogramm 1 Aufnahme 2 mit 2 Stufen erhöhter Belichtung
Histgramm

Was ist passiert? Jeder, der das Bild nur auf dem Monitor der Kamera betrachtet würde sagen: „Mist, viel zu hell geworden!“ Aber wenn man sich das Histogramm anschaut, sieht man, dass auch hier das Histogramm in bester Ordnung ist. Wo liegt also der Unterschied, und warum sollte ich ein viel zu helles Bild machen?

Dazu muss man folgendes wissen: Wie ich oben beschrieben habe, repräsentiert das Histogramm in seinen 5 Stufen die 6 zur Verfügung stehenden Blendenwerte. Aber dies nicht mit gleicher Gewichtung was die Datenmenge jeder Zone betrifft. Dazu folgende Grafik welche die 5 Zonen des Histogramms und der in diesen Zonen an Daten enthaltenen Mengen im Verhältnis zur Gesamtdatenmenge darstellt:

dunkle Werte weniger dunkel Mitten weniger hell helle Werte
Gesamtvolumen der Daten
3% 6% 12,5% 25% 50%

Welche Konsequenz hat das für unser Foto?

Schauen wir uns noch einmal den Vergleich der beiden Histogramme an:

 Histogramm 1 Aufnahme 2 mit 2 Stufen erhöhter Belichtung
Histgramm

Mit dem jetzigen Wissen sehen wir ganz deutlich, dass wir in der Aufnahme 1 über 50% der Daten verschenkt haben. Die Information über die Helligkeitswerte haben wir, aber verteilt auf eine wesentlich kleinere Gesamtmenge am zur Verfügung stehenden Datenvolumen.

Wie wirkt sich das aus?

Unsere Aufnahmen wurden mit ISO 1600 aufgenommen um den Verlust der Daten ganz deutlich zu machen. Ein ISO-Wert, der insbesondere dann von Interesse ist, wenn man mit wenig lichtstarken Objektiven bei wenig Licht noch verwacklungsfrei fotografieren möchte. Viele Fotografen schrecken allerdings davor zurück solch hohe ISO-Werte bei Crop Kameras einzustellen, weil sie das gefürchtete Rauschen nicht haben möchten.

Richtig belichtet ist dies jedoch, wie man gleich sehen wird, überhaupt kein Problem!

Hier nochmal das Originalfoto:

Ausgangsbild

Ich habe einmal von beiden Fotos eine Ausschnittsvergrößerung erzeugt, der die Fotos in der 100% Ansicht, also der tatsächlichen Pixelgröße anzeigt .

Auf der linken Seite die Datei mit den fehlenden 50% an Datenmenge. Deutlich sichtbar ist das Farbrauschen und der Verlust an Details.

Rechts die noch unbearbeitete Datei mit fast 100% der Datenmenge.

 Vergleichsbild

Nun folgte in der Bildbearbeitungssoftware die Korrektur der Helligkeit in Aufnahme 2. Wohlgemerkt, es wurde noch keine softwareseitige Rauschreduzierung durchgeführt! Damit ließe sich das Ergebnis weiter steigern.

Vergleichsbild

Wie man sieht, zeigt sich nun die wesentlich höhere zur Verfügung stehende Menge an Daten. Das Bild hat wesentlich mehr Zeichnung und rauscht erheblich weniger.

Für mich heißt es daher zukünftig immer:

Belichte nach Histogramm und nicht nach Foto auf dem Display!

 

Besten Dank an Hans-Peter Schaub, der mich mit seinem Buch zu diesem Artikel inspirierte:

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Lebensdauer von Speichermedien verlängern

Foto: Alexander Iser

Tipps und Tricks beim Film- und Fototreff. Jeden zweiten Donnerstag laden wir uns zum vereinsoffenen Film- und Fototreff ein, bei dem aktuelle Themen diskutiert oder eigenen Filme und Foto präsentiert werden können. Letzten Donnerstag brachte unser Clubmitglied Manfred Markus eine sehr interessante Dokumentation mit, wie die Lebensdauer der Speicherkarten aber auch von USB-Sticks verlängert werden kann.

Bei den Speicherkarten ist darauf zu achten, dass nach der Sicherung der Daten die Dateien nicht auf der Festplatte gelöscht werden. Eine Formatierung der Karte in der Kamera stellt sicher, dass wirklich alle Daten entfernt werden und auch die Karte optimal auf das Speichersystem der Kamera eingestellt wird. Ratsam ist daher auch, eine Karte immer nur in einer Kamera zu verwenden.

Ähnlich verhält es sich auch bei USB-Sticks. Diese sollten nie zu 100% mit Daten belegt werden. Dazu empfiehlt es sich, die Daten nicht einfach nur zu löschen, sondern in regelmäßigen Abständen eine Formatierung durchzuführen. Unbedingt zu beachten ist, dass die USB-Sticks nie einfach so aus dem Computer oder Notebook herausgezogen werden dürfen. Hier sollte die Funktion „Hardware sicher entfernen“ verwendet werden, da sonst der Speicherstick unbrauchbar werden kann und alle darauf enthaltenen Daten für immer verloren sind.




Objektive in der Praxis




Fotografieren im Winter




Die Belichtung – Blende, Zeit, ISO

Michael Lamberty referierte über die Belichtung. Hier der Vortrag: